PRANA Lüftungsgeräte mit Kupfer-Wärmetauscher
Rubrikbild · Dezentrale Lüftung
Dezentrale Lüftung

Technische Daten von Lüftungsgeräten verstehen: Volumenstrom, Wärmerückgewinnung & Co.

Wer Lüftungsgeräte vergleicht, steht vor einem Zahlendickicht: Volumenstrom in m³/h, Wärmerückgewinnungsgrade, dB(A)-Werte, Watt-Angaben, ErP-Klassen. Das Problem: Bei der Lüftung sagen technische Daten wie der Volumenstrom nur dann etwas aus, wenn man weiß, unter welchen Bedingungen sie gemessen wurden – und Hersteller geben gern den jeweils günstigsten Wert an. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Kennzahlen dezentraler Lüftungsgeräte, zeigt, worauf Sie beim Datenblattvergleich achten müssen, und legt die vollständigen Leistungswerte der PRANA-Serien offen – gemessen nach EN 13141-8.

Stand 27.06.20267 Min. LesezeitFachredaktion Air Prana Germany

Die fünf Kennzahlen, auf die es ankommt

1. Volumenstrom (m³/h): Wie viel Luft das Gerät pro Stunde bewegt. Entscheidend ist, ob sich die Angabe auf eine Richtung oder die Summe bezieht – und auf welcher Stufe sie erreicht wird. Bei Geräten mit simultanem Betrieb bedeutet „20/20", dass gleichzeitig 20 m³/h Frischluft zu- und 20 m³/h verbrauchte Luft abgeführt werden.

2. Wärmerückgewinnungsgrad (%): Wie viel Wärme aus der Abluft auf die Zuluft übertragen wird. Wichtig: Dieser Wert ist keine Konstante – er hängt von der Lüftungsstufe ab (dazu unten mehr).

3. Schalldruckpegel (dB(A)): Das Eigengeräusch des Geräts, üblicherweise in definiertem Abstand gemessen. Fürs Schlafzimmer empfiehlt das Umweltbundesamt nachts unter 25 dB(A) im Raum; gute Geräte liegen auf der Nachtstufe deutlich darunter.

4. Leistungsaufnahme (W): Der Stromverbrauch. Aussagekräftiger als der Maximalwert ist der Verbrauch auf der tatsächlich genutzten Dauerstufe – und der spezifische Stromaufnahme-Index SPI (Wh/m³), der Verbrauch und Luftleistung ins Verhältnis setzt.

5. ErP-Klasse / SEC-Wert: Das EU-Energielabel nach Verordnung 1254/2014. Der SEC-Wert (spezifischer Energieverbrauch in kWh pro m² Wohnfläche und Jahr) ist negativ, wenn das Gerät mehr Heizenergie einspart als es Strom verbraucht – je negativer, desto besser. Klasse A erreichen nur Geräte mit hoher Wärmerückgewinnung und sparsamen Motoren; bedarfsgesteuerte Geräte werden besser eingestuft als zeitgesteuerte.

Warum seriöse Daten nach EN 13141-8 gemessen sein müssen

Für dezentrale Lüftungsgeräte ohne Kanalanschluss ist die EN 13141-8 die maßgebliche Prüfnorm. Sie misst Volumenstrom, Wärmerückgewinnung, Schall und den SPI-Wert unter definierten Laborbedingungen – inklusive Winddrucksicherheit. Nur Werte aus solchen Prüfberichten sind zwischen Herstellern vergleichbar. Steht im Datenblatt keine Norm, ist Skepsis angebracht: „Bis zu 95 % Wärmerückgewinnung" kann sonst ein Wert sein, der nur auf der niedrigsten Stufe bei idealen Bedingungen erreicht wird.

Der unterschlagene Zusammenhang: Wärmerückgewinnung sinkt mit der Stufe

Der wichtigste Lesehinweis für jedes Lüftungs-Datenblatt: Wärmerückgewinnungsgrad und Volumenstrom verhalten sich gegenläufig. Je schneller die Luft durch den Wärmetauscher strömt, desto weniger Zeit bleibt für die Wärmeübertragung. Ein Gerät, das auf Stufe 1 über 95 % zurückgewinnt, liegt auf der Maximalstufe oft unter 50 % – das ist Physik, kein Mangel. Seriös ist, wer beide Werte nennt. Für die Praxis heißt das: Das Gerät sollte so dimensioniert sein, dass der nötige Luftwechsel auf einer niedrigen bis mittleren Stufe erreicht wird – dort, wo Effizienz und Laufruhe am besten sind.

Die PRANA-Serien im Überblick

PRANA-Geräte arbeiten im Parallelstromverfahren (Zu- und Abluft simultan in getrennten Kanälen) mit einem Wärmetauscher aus hochreinem Kupfer. Alle folgenden Werte stammen aus Prüfberichten nach EN 13141-8:2014 (Serie M23, Stand 2025/2026); die Wirkungsgrade beziehen sich auf +7 °C Außentemperatur.

SerieEinsatzbereich (Nennlüftung)RohrdurchmesserKernbohrungVolumenstrom (simultan, je Richtung)LeistungsaufnahmeErP / SEC
PRANA 160Räume bis ca. 25 m²160 mmØ 162–170 mm5–52 m³/h, Boost bis 70 m³/h3,2–16,4 W (Boost 26 W)A / −39,6 kWh/(m²·a)
PRANA 160 MINIwie 160, reduzierter Wärmetauscher für dünnere Wände160 mmØ ≥ 162 mm5–52 m³/h3,2–16,4 WB / −33,1 kWh/(m²·a)
PRANA 210GRäume bis ca. 30 m²200 mmØ 220–230 mm5–90 m³/h, Boost bis 85 m³/h3,2–18,5 W (Boost 26 W)A / −40,0 kWh/(m²·a)
PRANA 210CRäume bis ca. 40 m² (große Wohnküchen, Konferenzräume)200 mmØ 220–230 mm12–90 m³/h, Boost bis 140 m³/h3,2–19,5 W (Boost 41,5 W)A / −40,5 kWh/(m²·a)

Die Einbaulänge wird individuell zur Wandstärke gefertigt (je nach Serie ab 350 bzw. 440 mm bis 1.000 mm). Für die Montage ist ein Gefälle von 2–3° nach außen für den Kondensatablauf vorgesehen.

Beispiel: Leistungswerte PRANA 212G nach Stufen

StufeVolumenstrom (je Richtung)Schalldruck (innen, 3 m)Wärmerückgewinnung
1 (Nacht)5 m³/h8,0 dB(A)95,1 %
2 (Referenz)20 m³/h22,0 dB(A)75,3 %
328 m³/h26,9 dB(A)65,0 %
448 m³/h36,0 dB(A)53,0 %
5 (Max)90 m³/h48,0 dB(A)46,0 %

Zur Einordnung der Schallwerte: 20 dB(A) entspricht etwa Blätterrauschen, die Nachtstufe mit 8 dB(A) liegt unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der meisten Menschen. Die Stufentabellen der anderen Serien folgen demselben Muster – auf der Referenzstufe (20–25,5 m³/h) liegen alle Wohnraumserien zwischen 75 und 76 % Wärmerückgewinnung bei 18–24 dB(A).

Die Ausstattungsvarianten: BASE, ERP, ERP PRO

Mechanik, Kupfer-Wärmetauscher und Luftleistung sind in allen drei Varianten identisch – der Unterschied liegt in Sensorik und Regelungsintelligenz:

MerkmalBASEERPERP PRO
Typischer EinsatzLager-/NebenräumeBüro, ArbeitszimmerWohn-/Schlafräume, Schulen, Kitas
SteuerungstypZeitsteuerungBedarfssteuerungBedarfssteuerung
Temperatursensoren123
Feuchtesensor
Atmosphärendruck-Sensor
CO₂eq-Sensor
VOC-/Luftqualitätssensor
AUTO / AUTO-PLUS-Modus
Filterwechsel-Anzeige
Wirkungsgrad-Indikator (Echtzeit)
App (Bluetooth/WLAN) + Fernbedienung
Mini-Heizung (45 W) + Wintermodus
Nachtmodus

In der Praxis bedeutet das: Die BASE-Variante lüftet nach festem Zeitplan oder manueller Einstellung. ERP regelt den Luftwechsel automatisch nach Luftfeuchte – sinnvoll überall dort, wo Feuchte das Hauptthema ist. ERP PRO reagiert zusätzlich auf CO₂ (der AUTO-Modus greift ab 1.200 ppm, angelehnt an die UBA-Empfehlung) und flüchtige organische Verbindungen, etwa Ausdünstungen aus Möbeln – die Variante für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Unterrichtsräume. Die Bedarfssteuerung wirkt sich übrigens direkt auf das ErP-Label aus: Sie wird in der SEC-Berechnung besser bewertet als reine Zeitsteuerung.

Typische Fehler beim Datenblattvergleich

  • Maximalwerte vergleichen: 90 m³/h auf Stufe 5 nützen nichts, wenn das Gerät dort 48 dB(A) laut ist. Vergleichen Sie die Werte auf der Stufe, die Sie dauerhaft nutzen werden.
  • WRG-Spitzenwert mit Dauerwert verwechseln: „Bis zu 98 %" gilt für die niedrigste Stufe – fragen Sie nach dem Wert beim Referenzvolumenstrom.
  • Schallangaben ohne Messbedingung lesen: 25 dB(A) in 3 m Abstand ist etwas anderes als in 1 m. Ohne Abstandsangabe ist der Wert wertlos.
  • Volumenstrom-Richtung übersehen: Bei Pendelgeräten wird teils die Summe aus Zu- und Abluftphase angegeben, bei Simultangeräten der Wert je Richtung.
  • Prüfnorm ignorieren: Werte ohne Bezug auf EN 13141-8 (bzw. EN 13141-7 für zentrale Geräte) sind nicht belastbar vergleichbar.
  • Nur das Gerät rechnen: Für die BAFA-Förderung zählt der Wärmebereitstellungsgrad der Anlage (mindestens 80 %) – ob ein konkretes Gerät im konkreten Einbau die Anforderung erfüllt, sollte ein Energieeffizienz-Experte prüfen.

Fazit

Technische Daten von Lüftungsgeräten sind nur so gut wie ihre Messbedingungen. Wer Volumenstrom, Wärmerückgewinnung, Schall und Stromverbrauch stufenbezogen und nach EN 13141-8 vergleicht, erkennt schnell, welche Datenblätter belastbar sind – und welche mit Bestwerten aus unterschiedlichen Betriebszuständen arbeiten. Die PRANA-Wohnraumserien legen ihre Werte vollständig offen: ErP-Klasse A bei den Hauptserien, 75 % Wärmerückgewinnung auf der Referenzstufe, Nachtbetrieb nahe der Unhörbarkeit und 3,2 Watt Minimalverbrauch. Entscheidend bleibt die passende Dimensionierung: Das richtige Gerät ist das, dessen Dauerbetriebsstufe Ihren Raumbedarf leise und effizient deckt.

Datenblätter und Beratung

Sie möchten die vollständigen Prüfberichte und ErP-Datenblätter der PRANA-Serien einsehen oder wissen, welche Serie und Variante zu Ihren Räumen passt? Unser Team berät Sie kostenlos und unverbindlich. Jetzt Beratung anfragen → — Datenblätter im Download-Center

Häufige Fragen

Was bedeutet der Volumenstrom in m³/h konkret?

Die pro Stunde ausgetauschte Luftmenge. Als Faustwert für Wohnräume gilt ein Bedarf von etwa 30 m³/h pro Person; die DIN 1946-6 definiert dafür vier Lüftungsstufen vom Feuchteschutz bis zur Intensivlüftung.

Warum sinkt die Wärmerückgewinnung bei höherer Lüftungsstufe?

Weil die Luft bei höherem Durchsatz weniger Kontaktzeit mit dem Wärmetauscher hat. Der Effekt betrifft alle Hersteller – seriöse Datenblätter weisen den Wirkungsgrad deshalb pro Stufe aus.

Wie laut darf eine Lüftung im Schlafzimmer sein?

Das Umweltbundesamt empfiehlt nachts unter 25 dB(A) im Raum. Geräte mit einer Nachtstufe um 8–20 dB(A) bleiben deutlich darunter.

Was sagt das ErP-Label bei Lüftungsgeräten aus?

Es klassifiziert den spezifischen Energieverbrauch (SEC) von A+ bis G nach EU-Verordnung 1254/2014. Ein negativer SEC-Wert bedeutet: Das Gerät spart übers Jahr mehr Heizenergie ein, als es Strom verbraucht.

Was wird nach EN 13141-8 geprüft?

Volumenstrom, Wärmerückgewinnungsgrad, Schall, spezifische Stromaufnahme (SPI) und Winddrucksicherheit dezentraler Lüftungsgeräte unter definierten Laborbedingungen – die Grundlage für faire Gerätevergleiche.

Welche PRANA-Ausstattungsvariante ist die richtige?

Für Nebenräume genügt BASE, für Büros ist ERP mit Feuchteautomatik sinnvoll, für Schlaf-, Kinder- und Aufenthaltsräume ERP PRO mit CO₂- und VOC-Sensorik. Welche Serie (160/210G/210C) passt, hängt von Raumgröße und Wandaufbau ab – das sollte im Einzelfall geprüft werden.

Quellen & Stand

Stand der Angaben: 27.06.2026. Fördersätze und Normen ändern sich; für Ihr Vorhaben prüfen Energieberater die Förderfähigkeit, wir begleiten und dokumentieren.

Fachredaktion Air Prana Germany

Fachlich geprüft von der Anwendungstechnik der Air Prana Germany UG — dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Auslegung nach DIN 1946-6.

Was kostet die Lüftung in Ihren Räumen?

Raumdaten eingeben, Vorschlag erhalten — mit Serienempfehlung je Raum.

Systemauswahl starten

Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet. Wir verwenden Ihre Angaben ausschließlich zur Bearbeitung Ihrer Anfrage und geben sie nicht weiter — Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.